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In der Hessischen Theaterakademie (HTA) haben sich alle an der Theaterausbildung in Hessen beteiligten Hochschulen als auch die Stadt- und Staatstheater der Region in einem Studien- und Produk­tionsverbund zusammengeschlossen. Vielfältige Querverbindungen zwischen den Disziplinen und Partnern eröffnen den Studierenden neue Möglichkeiten, sich auf die Komplexität eines künstlerischen Berufsfeldes vorzubereiten.

Aktuelles

Ringvorlesung WiSe 21/22: (Un)settled. Performance, Schutz und Politiken der Verunsicherung ...
ID_Frankfurt erhält Binding-Kulturpreis 2021 ...
Hessische Theatertage 2021 - Preise für HTA-Koproduktion "1001 Sorrys" und zahlreiche weitere HTA-Absolvent:innen ...
Postgraduiertenförderungen 2021 von HTA und LAB vergeben ...
"Regie heute - Positionen des zeitgenössischen Theaters"
Ringvorlesung der HTA / SoSe 21 ...
Ältere Einträge

Ringvorlesung WiSe 21/22: (Un)settled. Performance, Schutz und Politiken der Verunsicherung

In der radikalen Selbstfürsorge, der Antidiskriminierung und den antirassistischen körperbasierten Praktiken der Konfliktbewältigung und Heilung ist das settling des Körpers einer der wichtigsten Aspekte, um den Prozess der Rückkehr zum Körper zu beginnen. Auch in performativen und tänzerischen Praktiken ist das settling ein entscheidender Moment in der Arbeit mit dem Körper.

Die Vortragsreihe fragt nach verschiedenen Aspekten und Dimensionen des Einlebens (in der Welt, in der Gemeinschaft, in Beziehungen, in Umgebungen) sowie nach verschiedenen Modalitäten der Verunsicherung der Körper (durch mangelnden Schutz, aufgrund von Rassismus und Sexismus). Es werden die Folgen der Verweigerung der Bewegungsfreiheit durch Zwangsinhaftierung oder Internierung untersucht, um die Funktionsweise der aktuellen Politik der Unsicherheit durch ihr Wirken auf einer intimen und viszeralen Ebene zu skizzieren.

Weitere Informationen unter: hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung

ID_Frankfurt erhält Binding-Kulturpreis 2021

Der Binding-Kulturpreis, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands, geht an den gemeinnützigen ID_Frankfurt e. V. (Independent Dance and Performance). Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung wird zum bereits 26. Mal verliehen.

 

Das Kuratorium der Binding-Kulturstiftung hat sich in diesem Jahr für den Verein ID_Frankfurt als Binding-Kulturpreisträger entschieden. Die Assoziation freischaffender Künstler*innen, Theoretiker*innen und Vermittler*innen in Choreografie und Performance, die in Frankfurt am Main und Umgebung tätig sind, wurde im Jahr 2009 gegründet. Viele Mitglieder sind herausragende Absolvent*innen aus den Hochschulen der Region. Ziel der Vereinsarbeit ist die Verbesserung der Produktionsbedingungen in den freien darstellenden Künsten.

Die Aktivitäten von ID_Frankfurt werden von den Mitgliedern in kollaborativer und solidarischer Arbeitsweise entwickelt und getragen. Ein wechselnder ehrenamtlicher Vorstand begleitet und unterstützt diese Prozesse. „ID_Frankfurt hat sich zu einer wichtigen impulsgebenden Organisation in der Frankfurter Kulturszene entwickelt. Wir freuen uns sehr über die große Anerkennung, die das Engagement des Vereins durch die Verleihung des Binding-Kulturpreises erfährt“, erklärt Jacob Bussmann, Vorstandsmitglied von ID_Frankfurt.

Oberbürgermeister Peter Feldmann freut sich auf die Preisverleihung im Herbst, wenn nicht nur ID_Frankfurt, sondern auch die letztjährigen Gewinner – die Junge Frankfurter Philharmonie – im Kaisersaal gewürdigt werden: „Es ist der Bürgersinn unserer Stadt, die Unterstützung von Kultur nicht nur der öffentlichen Hand zu überlassen. Dafür ist der Binding-Kulturpreis beispielhaft. Und mit ID_Frankfurt wird just ein Verein ausgezeichnet, der nicht nur Künstlerinnen und Künstler vernetzt, sondern auch eine gewichtige Stimme für Veränderungen in der Kulturförderung unserer Stadt ist.“

„Viele Kulturschaffende hat die Corona-Krise in Existenznot gebracht. Dass wir den Binding-Kulturpreis in diesem Jahr gleich doppelt verleihen, ist ein starkes Signal in einer auch für die Binding-Brauerei sehr schweren Zeit“, so Bergit Gräfin Douglas, Vorstandsvorsitzende des Stiftungsvorstands der Binding-Kulturstiftung.

Mit ID_Frankfurt gesellt sich eine weitere hochkarätige Kulturinstitution zu den stets herausragenden Preisträgern. Mit der Entscheidung hat sich das Kuratorium der Binding-Kulturstiftung bewusst für eine Organisation aus dem Bereich der darstellenden Künste entschieden, die in besonders hohem Maß von der Pandemie betroffen sind. „Mit ID_Frankfurt würdigen wir in Krisenzeiten einen Verein, der offen ist, kollaborativ arbeitet und sich erfolgreich für eine kluge, ausgewogene Theaterförderung engagiert“, erklärt Kuratoriumsmitglied Peter Michalzik.

Der Binding-Kulturpreis, einer der bestdotierten und angesehensten Kulturpreise in Deutschland, wird voraussichtlich am 30. Oktober 2021 verliehen. In diesem Zug wird auch die Verleihung an den Preisträger des letzten Jahres, die Junge Frankfurter Philharmonie, nachgeholt.

Damit werden in diesem Jahr trotz aller Widrigkeiten gleich zwei Preisträger geehrt und somit insgesamt 100.000 Euro durch die Binding-Kulturstiftung vergeben. Mit der diesjährigen Doppelverleihung an die Preisträger der Jahre 2020 und 2021 unterstreicht die traditionsreiche Binding-Brauerei einmal mehr die enge Verbundenheit zu ihrer Heimatregion.

Hessische Theatertage 2021 - Preise für HTA-Koproduktion "1001 Sorrys" und zahlreiche weitere HTA-Absolvent:innen

 

>> Zur Pressemitteilung

 

Die Performance „1001 Sorrys“ der HTA-Absolvent:innen Hanna Steinmair, Max Brands und Bastian Sistig (Alumni der Studiengänge Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und Regie in Frankfurt) gewinnt den Jurypreis der diesjährigen Hessischen Theatertage in Marburg in der Kategorie „Spiel. Realität. Magie“. Das Stück ist eine Koproduktion der Theaterakademie mit dem Künstlerhaus Mousonturm in Frankfurt sowie dem Starke Stücke Festival und ist im Rahmen des „Next Generation Workspace“ entstanden, in dessen Rahmen Künstler:innen Projekte für ein zeitgenössisches Kinder- und Jugendtheater entwickelt haben. Die Jury beschreibt „1001 Sorries“ als „seltene, schöne Erfahrung im Theater, der es gelingt, Jung und Alt mit wenigen und schlichten Theater-Mitteln, wie drei Mikros, ein paar Luftballons, Klickzählern, einem Stuhl und simplen Kostümen ganz groß zu verzaubern“. Die HTA gratuliert den Preisträger:innen!

Ebenfalls gratuliert die HTA ihren zahlreichen weiteren Absolvent:innen, die auf den diesjährigen Theatertagen Preise erhalten haben. Die Performancefilme „Wearing Heavy Boots“ von Hella Lux (u. a. von Milena Wichert, Absolventin Regiestudiengang) und „Rage. A Tennis Western“ (ebenfalls von Hanna Steinmair) wurden in der Kategorie „Raum. Zeit. Fiktion“ prämiert. Die Alumni und Studierenden Martin Bien, Herbert Graf, Friedrich Hartung, Anne Mahlow, Nora Schneider, Max Smirzitz, Felix Schwarzrock und Nikolas Stäudte erhalten undotierte Preise in der Kategorie „Aushalten. Durchhalten. Standhalten“ für herausragende Leistungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Postgraduiertenförderungen 2021 von HTA und LAB vergeben

Auch 2021 ermöglichte es eine Initiative des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst dem Frankfurt LAB, vier Forschungsförderungen an ehemalige Studierende der Hessischen Theaterakademie zu vergeben. Vergeben wurden Förderungen in Höhe von bis zu 6.000 Euro, die das Erarbeiten künstlerischer Projekte ermöglichen, welche sich in ihrer Herangehensweise als künstlerische Forschung definieren lassen. Zur vollständigen Meldung gelangen Sie hier.

"Regie heute - Positionen des zeitgenössischen Theaters"
Ringvorlesung der HTA / SoSe 21

Vielfältige Veränderungen und Strukturdebatten prägen gegenwärtig den Diskurs über das Theater. Da ist es nur folgerichtig, auch die Aufgabe der Regie im Hinblick auf Produktionsprozesse und Ästhetiken zu untersuchen. Wir laden im kommenden Sommersemester zehn Regieführende ein, die ihre künstlerische Position darstellen und mit uns in ein Gespräch über ihre eigene Arbeit treten. Bei den vielfältigen Künstler:innen tauchen zugleich unterschiedliche Aspekte dieses Berufes auf: Wie lässt sich im Kollektiv Regie führen? Wie kann man, teilweise über Jahrzehnte hinweg und in verschiedenen institutionellen Kontexten und Teams, konsequent an einer eigenen Ästhetik arbeiten? Wie sieht der Gang durch das Stadttheater aus? Wie gelingt der Berufseinstieg? Wie lässt sich Regie umsetzen, ohne hierarchische Strukturen zu reproduzieren? Wie kann man Regie praktizieren und zugleich ein Haus leiten? Diese und viele andere Fragen können die Studierenden der HTA mit unseren Gästen diskutieren: Intendant:innen der HTA, eine Alumna der HfMDK, erfolgreiche Regisseurinnen, junge Regieführende, eine Regisseurin aus dem Kinder- und Jugendtheater, internationale Regisseure u. v. a.

Weitere Informationen zu den Daten und Gästen finden Sie hier.

VORLESUNG UND BEGLEITSEMINAR

Parallel zu den Ringvorlesungssitzungen werden in einem Aufführungsanalyseseminar bei Friederike Thielmann die jeweiligen Sitzungen in Diskussionen auf Basis von Videolektüren vorbereitet. Beide Veranstaltungen finden ausschließlich digital statt und in der Regel in deutscher Sprache. Die Teilnahme am Aufführungsanalyseseminar ist auch unabhängig von der Vorlesung möglich.

vorbereitendes Seminar: freitags 10:00 - 13:00 Uhr, online
Ringvorlesung: donnerstags 18:30 bis 20:00 Uhr, online

ANMELDUNG

Bitte melden Sie sich für beide Veranstaltungen über Antigone Akgün, studentische Hilfskraft an: akguen_at_hessische-theaterakademie.de 

CREDITS

Verantwortlich: Prof. Marion Tiedtke, HfMDK Ausbildungsbereich Schauspiel

Moderation: Eva Lange und Carola Unser (Intendantinnen Hessisches Landestheater Marburg); Prof. Martin Nachbar (HfMDK szenische Körperarbeit); Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Goethe-Universität, Studiengang MA Dramaturgie/CDPR); Dr. Philipp Schulte (Geschäftsführung Hessische Theaterakademie); Friederike Thielmann (HfMDK Dozentin Regie); Prof. Marion Tiedtke (HfMDK Ausbildungsbereich Schauspiel)

Kalender

Mo,6.Dezember2021

&sistig: How To Cry

20:00 Uhr, Digitaler Mousonturm

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

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Di,7.Dezember2021

&sistig: How To Cry

Digitaler Mousonturm - ganztägig

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

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Mi,8.Dezember2021

&sistig: How To Cry

Digitaler Mousonturm - ganztägig

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

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Do,9.Dezember2021

&sistig: How To Cry

Digitaler Mousonturm - ganztägig

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

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HTA Ringvorlesung Winter 2021/2022: (UN)SETTLED. PERFORMANCE, PROTECTION, AND POLITICS OF INSECURITY

18:30 Uhr,via Zoom

In der radikalen Selbstfürsorge, der Antidiskriminierung und den antirassistischen körperbasierten Praktiken der Konfliktbewältigung und Heilung ist das settling des Körpers einer der wichtigsten Aspekte, um den Prozess der Rückkehr zum Körper zu beginnen. Auch in performativen und tänzerischen Praktiken ist das settling ein entscheidender Moment in der Arbeit mit dem Körper.

Diese Praktiken des settling the body, so privat und intim sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, haben eine (mikro-)politische Bedeutung. Sie legen auch körperbasierte Verbindungen zwischen künstlerischen, sozialen und aktivistischen Praktiken offen. Die Möglichkeit, to settle, ist ungleich verteilt, sodass manche Körper gewaltsam ihrer grundlegenden Fähigkeiten beraubt werden, sich selbst zu erhalten: zu atmen, aufmerksam zu sein, sich in Raum und Zeit einzurichten, usw. Aus dieser Perspektive zeigt sich, dass die Praxis des settling the body als ein verkörperter und viszeraler Prozess mit dem politischen und sozialen Feld verbunden ist. Es scheint das Schlachtfeld verschiedener aktueller Konflikte um den Schutz und die Sicherheit der Körper zu sein, wo einige Körper durch ständige Gewalt, Aufregung und Aggression (sozial, wirtschaftlich, ökologisch) systematisch aus dem Gleichgewicht gebracht werden, während anderen die Fähigkeit to settle im Übermaß angeboten wird.

Die Vortragsreihe fragt nach verschiedenen Aspekten und Dimensionen des Einlebens (in der Welt, in der Gemeinschaft, in Beziehungen, in Umgebungen) sowie nach verschiedenen Modalitäten der Verunsicherung der Körper (durch mangelnden Schutz, aufgrund von Rassismus und Sexismus). Es werden die Folgen der Verweigerung der Bewegungsfreiheit durch Zwangsinhaftierung oder Internierung untersucht, um die Funktionsweise der aktuellen Politik der Unsicherheit durch ihr Wirken auf einer intimen und viszeralen Ebene zu skizzieren.

Ausgehend von diesem soziopolitischen Hintergrund werden die Vorträge auch Fragen zur Rolle künstlerischer Praktiken behandeln. Können Kunst und Performance die körperbasierte Ungleichheit und die ungleiche Verteilung der Fähigkeit, einen Körper zu sein/zu haben, herausfordern? Was braucht es, to settle in the body, um sich im Körper einzurichten und ihn - auch angesichts von Erfahrungen der Ausgesetztheit und des Zerfalls - durch die Beziehung zu anderen aufrechtzuerhalten? Wie kann Performance nicht nur die Normativität und Hierarchie von Verkörperungen in Frage stellen, sondern uns auch auf die Erfahrung von Körpern einstimmen und sensibler machen - to be more settled?

Weitere Informationen: hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Kommende Termine:

09.12.2021,via Zoom

Michael Turinsky: Precarious Mobilizations: A crip choreographer`s perspective on settling / unsettling / resettling



13.01.2022,via Zoom

Elsa Dorlin: Rise up. Insurgent grammar and security ideology



27.01.2022,via Zoom

Ritu Sarin & Tenzing Sonam: Burning against the Dying of the Light, the Body as Site of Radical Protest

Since February 2009, an estimated 155 Tibetans have self-immolated in Tibet. Of these, 133 are known to have died. The whereabouts and condition of those who survived are still largely unknown. While many of those who set fire to themselves were monks and nuns, they also included teachers, students, herdsmen and farmers. The youngest was 15 years old. The self-immolations usually occurred in public spaces – on street corners, outside places of worship – in full view of passers-by. They were acts of protest and they were intended to be witnessed. The actions of the self-immolators in Tibet could similarly be seen to be taking place in the service of a noble goal, fully congruent with the Buddhist ideal of sacrificing oneself for a larger goal that benefits many. Here self-immolation becomes the only action available to protest and draw attention to the increasingly intolerable situation in Tibet, one where all other avenues of peaceful protest have been brutally shut down. Burning the self is transformed into a political action to save a nation. Our lecture for the “Bodies, (un)settled” series will be based on our multimedia installation, Burning Against the Dying of the Light, which was our attempt to respond to and make sense of the self-immolation movement in Tibet. It was exhibited, first at Khoj Studios in New Delhi in 2015 and then as part of Contour Biennale 8 in 2017. Our talk will include photographs, video excerpts, last testaments and fragments of poetry that were presented as part of the installation.



03.02.2022,via Zoom

Ariella Aïsha Azoulay: The Colonial Predicament of Colonized Bodies

Any of the Arab-looking girls in some postcards sent from Algeria in the early 20th century, could have been my ancestor. In 1850, a British traveler who visited one of the embroidery schools in colonized Algeria reported: “there were several little Jewesses squatting most amicably among the Mauresques, conspicuous only by their simpler robe of colored stuff and a conical cap of red velvet, tipped with gold lace.”  The photographs I have of my grandmother in Algeria, taken a few decades later, show her already as a French-looking woman, a Jewish Arab who has learned the lesson of Frenchness these schools were established to impart. Where did my great-great grandmother, who was a native Algerian and could have been one of these girls, disappear to? This lesson of Frenchness, standardization, eradication has a name in French: laïcité. The term “secularism” doesn’t quite capture the stripping bare the worldliness, or being-in-the-world, of a person, which laïcité requires. Part of solving the “Jewish question” in Europe required the refashioning of Jews as secular Europeans (who could still be “Jews” at home) before they could go in public. With the French conquest of Algeria, the Jews were singled out from the Arabs and were made into a “problem,” forced to get rid of what identified them as indigenous, so that a few decades later the colonial regime could reward them for their efforts with the gift of French citizenship. The lecture will explore some aspects of the colonial predicament of the decolonization of bodies.

Weitere Informationen zur HTA-Ringvorlesung:

https://hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Zoom-Einwahldaten: 

https://hfmdk-frankfurt.zoom.us/j/82192661889?pwd=WWhma2s0VXFEOG9iNXgxRU9hTW5lQT09 

Meeting-ID: 821 9266 1889
Kenncode: 025612

Swoosh Lieu: Dea Ex Machina

19:30 Uhr, Frankfurt LAB

Welche Körper wollen wir sein? Ich wäre lieber eine Cyborg als eine Göttin – hat eine Wissenschaftlerin gesagt. Ich bin ein Gespenst – sagt Judith. Wir wollen Hexen sein – sagen Swoosh Lieu.

Körper werden erforscht. Forschung macht Geschlecht. Geschlecht weist uns Rollen in der Gesellschaft zu. Hexen sammeln seit Jahrhunderten anderes Wissen über den Körper und erproben sich an Lebensformen jenseits der Kleinfamilie. Haecksen verstehen Geschlecht als Technologie und forschen an dessen Umcodierung. Swoosh Lieu beschwören das Theater als einen Ort, an dem sich Hexen und Haecksen mit den Gespenstern der Zukunft und Vergangenheit treffen. Sie suchen nach neuen Mensch-Maschine-Verbindungen, die auf Sorge basieren. Sie hacken Körperbilder, Erzählweisen, Blickachsen und bühnentechnische Systeme, knüpfen neue Netze und entwerfen queerfeministische Verwandtschaftskonzepte. Dea Ex Machina ist die Göttin aus der Maschine, das Gespenst der Befreiung, der Fehler als Chance und der Glitch in unserer Vorstellungskraft.

Ein Projekt von Swoosh Lieu
Konzept / Licht: Johanna Castell
Konzept / Sound: Katharina Pelosi
Konzept / Video: Rosa Wernecke
Raum: Magdalena Emmerig
Performance / Puppenspiel: Frieder Miller
Technische Leitung: Jones Seitz
Fachliche Beratung: Hannah Fitsch
Outside Eye: Friederike Thielmann
Assistenz: Felix Giesler
Ausstattungsassistenz: Katharina Olt
Produktionsleitung: Annett Hardegen / Vierte Welt Produktion
Technische Produktion: Gefährliche Arbeit

Kommende Termine:

09.12.2021, Frankfurt LAB

10.12.2021, Frankfurt LAB

11.12.2021, Frankfurt LAB

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Fr,10.Dezember2021

&sistig: How To Cry

Digitaler Mousonturm - ganztägig

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

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Swoosh Lieu: Dea Ex Machina

19:30 Uhr, Frankfurt LAB

Welche Körper wollen wir sein? Ich wäre lieber eine Cyborg als eine Göttin – hat eine Wissenschaftlerin gesagt. Ich bin ein Gespenst – sagt Judith. Wir wollen Hexen sein – sagen Swoosh Lieu.

Körper werden erforscht. Forschung macht Geschlecht. Geschlecht weist uns Rollen in der Gesellschaft zu. Hexen sammeln seit Jahrhunderten anderes Wissen über den Körper und erproben sich an Lebensformen jenseits der Kleinfamilie. Haecksen verstehen Geschlecht als Technologie und forschen an dessen Umcodierung. Swoosh Lieu beschwören das Theater als einen Ort, an dem sich Hexen und Haecksen mit den Gespenstern der Zukunft und Vergangenheit treffen. Sie suchen nach neuen Mensch-Maschine-Verbindungen, die auf Sorge basieren. Sie hacken Körperbilder, Erzählweisen, Blickachsen und bühnentechnische Systeme, knüpfen neue Netze und entwerfen queerfeministische Verwandtschaftskonzepte. Dea Ex Machina ist die Göttin aus der Maschine, das Gespenst der Befreiung, der Fehler als Chance und der Glitch in unserer Vorstellungskraft.

Ein Projekt von Swoosh Lieu
Konzept / Licht: Johanna Castell
Konzept / Sound: Katharina Pelosi
Konzept / Video: Rosa Wernecke
Raum: Magdalena Emmerig
Performance / Puppenspiel: Frieder Miller
Technische Leitung: Jones Seitz
Fachliche Beratung: Hannah Fitsch
Outside Eye: Friederike Thielmann
Assistenz: Felix Giesler
Ausstattungsassistenz: Katharina Olt
Produktionsleitung: Annett Hardegen / Vierte Welt Produktion
Technische Produktion: Gefährliche Arbeit

Kommende Termine:

09.12.2021, Frankfurt LAB

10.12.2021, Frankfurt LAB

11.12.2021, Frankfurt LAB

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Sa,11.Dezember2021

&sistig: How To Cry

Digitaler Mousonturm - ganztägig

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

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Swoosh Lieu: Dea Ex Machina

19:30 Uhr, Frankfurt LAB

Welche Körper wollen wir sein? Ich wäre lieber eine Cyborg als eine Göttin – hat eine Wissenschaftlerin gesagt. Ich bin ein Gespenst – sagt Judith. Wir wollen Hexen sein – sagen Swoosh Lieu.

Körper werden erforscht. Forschung macht Geschlecht. Geschlecht weist uns Rollen in der Gesellschaft zu. Hexen sammeln seit Jahrhunderten anderes Wissen über den Körper und erproben sich an Lebensformen jenseits der Kleinfamilie. Haecksen verstehen Geschlecht als Technologie und forschen an dessen Umcodierung. Swoosh Lieu beschwören das Theater als einen Ort, an dem sich Hexen und Haecksen mit den Gespenstern der Zukunft und Vergangenheit treffen. Sie suchen nach neuen Mensch-Maschine-Verbindungen, die auf Sorge basieren. Sie hacken Körperbilder, Erzählweisen, Blickachsen und bühnentechnische Systeme, knüpfen neue Netze und entwerfen queerfeministische Verwandtschaftskonzepte. Dea Ex Machina ist die Göttin aus der Maschine, das Gespenst der Befreiung, der Fehler als Chance und der Glitch in unserer Vorstellungskraft.

Ein Projekt von Swoosh Lieu
Konzept / Licht: Johanna Castell
Konzept / Sound: Katharina Pelosi
Konzept / Video: Rosa Wernecke
Raum: Magdalena Emmerig
Performance / Puppenspiel: Frieder Miller
Technische Leitung: Jones Seitz
Fachliche Beratung: Hannah Fitsch
Outside Eye: Friederike Thielmann
Assistenz: Felix Giesler
Ausstattungsassistenz: Katharina Olt
Produktionsleitung: Annett Hardegen / Vierte Welt Produktion
Technische Produktion: Gefährliche Arbeit

Kommende Termine:

09.12.2021, Frankfurt LAB

10.12.2021, Frankfurt LAB

11.12.2021, Frankfurt LAB

>> Tickets

So,12.Dezember2021

&sistig: How To Cry

Digitaler Mousonturm - ganztägig

Würde die Zukunft anders aussehen, wenn alte weiße Männer öfters weinen? Wann ist Weinen Platz einnehmend, wann befreiend und wie müssen Umstände imaginiert werden, um Gefühlsausbrüche von geschlechtlichen Zuschreibungen unabhängiger zu machen? An welchen gesellschaftlich wunden Punkten könnte mehr Tränenflüssigkeit tatsächlich etwas verändern und welche solidarische Praxis erwächst daraus? Mit „HOW TO CRY” lädt das Kollektiv &sistig zum Schluchzen ein, zuhause auf der Couch und öffentlich im Theater, heimlich und gemeinsam, hinter den Kulissen, in der Garderobe und ganz vorn an der Rampe im Scheinwerferlicht. Im Sumpf aufgeweichter Erwartungshaltungen richten sich die fünf Performer:innen wohnlich ein, rufen die „Society of Being Sad All the Time” aus und testen die Widerstandsfähigkeit von Tränen.

 

Performance und Co-Autor*innenschaft: Çağlar Yiğitoğulları, Johannes Storks, Juliana Oliveira, Lisa Heinrici und Richard Gonlag
Konzept, Text & Regie: Bastian Sistig (Alumnus Regie - HfMDK)
Konzept & Dramaturgie: Hanna Steinmair (Alumna ATW)
Bühne: Marie Gimpel
Kostüm: Josephine Hans
Handkamera: Jonas Fischer
Sound: burgund t brandt
Licht: Florian Fink
Regieassistenz: Kim-Manuel Walz
Produktionsleitung: Julia Klinkert
Bild-Regie & Video-Design: Brian Karp & Sebastian Hajman
Kamera: Leonard Leesch & Pablo Hassmann
Fotos: André Simonow

Kommende Termine:

06.12.2021, Digitaler Mousonturm

07.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

08.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

09.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

10.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

11.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

12.12.2021, Digitaler Mousonturm - ganztägig

>> Tickets

Mo,13.Dezember2021

Frauenliebe und -leben Robert Schumann / Adelbert von Chamisso

19:30 Uhr, Frankfurt LAB

Eintritt frei - Anmeldungen bis 13.12.2021, 17h, über info_at_hessische-theaterakademie.de - Danach gibt es noch eine geringe Anzahl Restkarten an der Abendkasse.

Am Liederzyklus „Frauenliebe und -leben“ von Robert Schumann mit einem Text von Adelbert von Chamisso scheiden sich die Geister: Hohes Lied der Liebe oder chauvinistische Aneignung einer weiblichen Position durch einen Komponisten und einen Dichter? Zeugnis eines „Einsatz(es) für die einfache, unterprivilegierte Frau" (Hans-Udo Kreuels) in einer Zeit vor dem Aufkommen des Feminismus, oder ebenso naive wie überkommen-stereotype Darstellung weiblicher Hingabe und Unterordnung?

Gemeinsam mit der MusikwissenschaftIerin PD Dr. Bobeth und dem Germanisten Prof. Dr. Jacob, der Pianistin Irina Buchmann und den Sängerinnen Dalila Djenić, Kathrin Herrmann, Maria Melts, Alexandra Uchlin-Grewis und Natsumi Witzmann wollen wir am 13. Dezember 2021 um 19.30h am Frankfurt LAB genau hinhören und -schauen, im Rahmen eines kombinierten Konzert- und Vortragsabends um und mit Schumanns/von Chamissos Liederzyklus. In welchem historischen Kontext ist „Frauenliebe und -Ieben" zu verorten? Wie können wir heute umgehen — in der künstlerischen Inszenierung, in der kritischen Diskussion — mit der ästhetischen Vorstellung eines Frauenbilds, das aus gutem Grund aus der Zeit gefallen ist?

Grundlage des Abends sind der Live-Gesangs- und Klaviervortrag von Schumanns Zyklus sowie Premiere der Vorführung der filmisch dokumentierten Inszenierung des Stoffs von Roland Schwab mit Studierenden der Gesangsabteilung der HfMDK Frankfurt. Die Arbeit ist im Frühjahr2021 entstanden und konnte aufgrund der Covid-Pandemie nicht in Präsenz aufgeführt werden. Gundela Bobeth und Joachim Jacob kontextualisieren das Material aus Musik- und literaturhistorischer Perspektive.

Gastreferent:innen:
PD Dr. Gundela Bobeth
Prof. Dr. Joachim Jacob, Justus-Liebig-Universität Gießen
Live-Gesang: Dalila Djenić, Kathrin Herrmann, Maria Melts, Alexandra Uchlin-Grewis, Natsumi Witzmann
am Flügel: Irina Buch
Sowie Filmpremiere der Inszenierung „Frauenliebe und -leben" von Roland Schwab

Ein Konzert- und Vortragsabend der Gesangsabteilung der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt/M. im Verbund mit der Hessischen Theaterakademie

Kommende Termine:

13.12.2021, Frankfurt LAB

>> Mehr Informationen

Do,13.Januar2022

HTA Ringvorlesung Winter 2021/2022: (UN)SETTLED. PERFORMANCE, PROTECTION, AND POLITICS OF INSECURITY

18:30 Uhr,via Zoom

In der radikalen Selbstfürsorge, der Antidiskriminierung und den antirassistischen körperbasierten Praktiken der Konfliktbewältigung und Heilung ist das settling des Körpers einer der wichtigsten Aspekte, um den Prozess der Rückkehr zum Körper zu beginnen. Auch in performativen und tänzerischen Praktiken ist das settling ein entscheidender Moment in der Arbeit mit dem Körper.

Diese Praktiken des settling the body, so privat und intim sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, haben eine (mikro-)politische Bedeutung. Sie legen auch körperbasierte Verbindungen zwischen künstlerischen, sozialen und aktivistischen Praktiken offen. Die Möglichkeit, to settle, ist ungleich verteilt, sodass manche Körper gewaltsam ihrer grundlegenden Fähigkeiten beraubt werden, sich selbst zu erhalten: zu atmen, aufmerksam zu sein, sich in Raum und Zeit einzurichten, usw. Aus dieser Perspektive zeigt sich, dass die Praxis des settling the body als ein verkörperter und viszeraler Prozess mit dem politischen und sozialen Feld verbunden ist. Es scheint das Schlachtfeld verschiedener aktueller Konflikte um den Schutz und die Sicherheit der Körper zu sein, wo einige Körper durch ständige Gewalt, Aufregung und Aggression (sozial, wirtschaftlich, ökologisch) systematisch aus dem Gleichgewicht gebracht werden, während anderen die Fähigkeit to settle im Übermaß angeboten wird.

Die Vortragsreihe fragt nach verschiedenen Aspekten und Dimensionen des Einlebens (in der Welt, in der Gemeinschaft, in Beziehungen, in Umgebungen) sowie nach verschiedenen Modalitäten der Verunsicherung der Körper (durch mangelnden Schutz, aufgrund von Rassismus und Sexismus). Es werden die Folgen der Verweigerung der Bewegungsfreiheit durch Zwangsinhaftierung oder Internierung untersucht, um die Funktionsweise der aktuellen Politik der Unsicherheit durch ihr Wirken auf einer intimen und viszeralen Ebene zu skizzieren.

Ausgehend von diesem soziopolitischen Hintergrund werden die Vorträge auch Fragen zur Rolle künstlerischer Praktiken behandeln. Können Kunst und Performance die körperbasierte Ungleichheit und die ungleiche Verteilung der Fähigkeit, einen Körper zu sein/zu haben, herausfordern? Was braucht es, to settle in the body, um sich im Körper einzurichten und ihn - auch angesichts von Erfahrungen der Ausgesetztheit und des Zerfalls - durch die Beziehung zu anderen aufrechtzuerhalten? Wie kann Performance nicht nur die Normativität und Hierarchie von Verkörperungen in Frage stellen, sondern uns auch auf die Erfahrung von Körpern einstimmen und sensibler machen - to be more settled?

Weitere Informationen: hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Kommende Termine:

09.12.2021,via Zoom

Michael Turinsky: Precarious Mobilizations: A crip choreographer`s perspective on settling / unsettling / resettling



13.01.2022,via Zoom

Elsa Dorlin: Rise up. Insurgent grammar and security ideology



27.01.2022,via Zoom

Ritu Sarin & Tenzing Sonam: Burning against the Dying of the Light, the Body as Site of Radical Protest

Since February 2009, an estimated 155 Tibetans have self-immolated in Tibet. Of these, 133 are known to have died. The whereabouts and condition of those who survived are still largely unknown. While many of those who set fire to themselves were monks and nuns, they also included teachers, students, herdsmen and farmers. The youngest was 15 years old. The self-immolations usually occurred in public spaces – on street corners, outside places of worship – in full view of passers-by. They were acts of protest and they were intended to be witnessed. The actions of the self-immolators in Tibet could similarly be seen to be taking place in the service of a noble goal, fully congruent with the Buddhist ideal of sacrificing oneself for a larger goal that benefits many. Here self-immolation becomes the only action available to protest and draw attention to the increasingly intolerable situation in Tibet, one where all other avenues of peaceful protest have been brutally shut down. Burning the self is transformed into a political action to save a nation. Our lecture for the “Bodies, (un)settled” series will be based on our multimedia installation, Burning Against the Dying of the Light, which was our attempt to respond to and make sense of the self-immolation movement in Tibet. It was exhibited, first at Khoj Studios in New Delhi in 2015 and then as part of Contour Biennale 8 in 2017. Our talk will include photographs, video excerpts, last testaments and fragments of poetry that were presented as part of the installation.



03.02.2022,via Zoom

Ariella Aïsha Azoulay: The Colonial Predicament of Colonized Bodies

Any of the Arab-looking girls in some postcards sent from Algeria in the early 20th century, could have been my ancestor. In 1850, a British traveler who visited one of the embroidery schools in colonized Algeria reported: “there were several little Jewesses squatting most amicably among the Mauresques, conspicuous only by their simpler robe of colored stuff and a conical cap of red velvet, tipped with gold lace.”  The photographs I have of my grandmother in Algeria, taken a few decades later, show her already as a French-looking woman, a Jewish Arab who has learned the lesson of Frenchness these schools were established to impart. Where did my great-great grandmother, who was a native Algerian and could have been one of these girls, disappear to? This lesson of Frenchness, standardization, eradication has a name in French: laïcité. The term “secularism” doesn’t quite capture the stripping bare the worldliness, or being-in-the-world, of a person, which laïcité requires. Part of solving the “Jewish question” in Europe required the refashioning of Jews as secular Europeans (who could still be “Jews” at home) before they could go in public. With the French conquest of Algeria, the Jews were singled out from the Arabs and were made into a “problem,” forced to get rid of what identified them as indigenous, so that a few decades later the colonial regime could reward them for their efforts with the gift of French citizenship. The lecture will explore some aspects of the colonial predicament of the decolonization of bodies.

Weitere Informationen zur HTA-Ringvorlesung:

https://hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Zoom-Einwahldaten: 

https://hfmdk-frankfurt.zoom.us/j/82192661889?pwd=WWhma2s0VXFEOG9iNXgxRU9hTW5lQT09 

Meeting-ID: 821 9266 1889
Kenncode: 025612

Do,27.Januar2022

HTA Ringvorlesung Winter 2021/2022: (UN)SETTLED. PERFORMANCE, PROTECTION, AND POLITICS OF INSECURITY

18:30 Uhr,via Zoom

In der radikalen Selbstfürsorge, der Antidiskriminierung und den antirassistischen körperbasierten Praktiken der Konfliktbewältigung und Heilung ist das settling des Körpers einer der wichtigsten Aspekte, um den Prozess der Rückkehr zum Körper zu beginnen. Auch in performativen und tänzerischen Praktiken ist das settling ein entscheidender Moment in der Arbeit mit dem Körper.

Diese Praktiken des settling the body, so privat und intim sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, haben eine (mikro-)politische Bedeutung. Sie legen auch körperbasierte Verbindungen zwischen künstlerischen, sozialen und aktivistischen Praktiken offen. Die Möglichkeit, to settle, ist ungleich verteilt, sodass manche Körper gewaltsam ihrer grundlegenden Fähigkeiten beraubt werden, sich selbst zu erhalten: zu atmen, aufmerksam zu sein, sich in Raum und Zeit einzurichten, usw. Aus dieser Perspektive zeigt sich, dass die Praxis des settling the body als ein verkörperter und viszeraler Prozess mit dem politischen und sozialen Feld verbunden ist. Es scheint das Schlachtfeld verschiedener aktueller Konflikte um den Schutz und die Sicherheit der Körper zu sein, wo einige Körper durch ständige Gewalt, Aufregung und Aggression (sozial, wirtschaftlich, ökologisch) systematisch aus dem Gleichgewicht gebracht werden, während anderen die Fähigkeit to settle im Übermaß angeboten wird.

Die Vortragsreihe fragt nach verschiedenen Aspekten und Dimensionen des Einlebens (in der Welt, in der Gemeinschaft, in Beziehungen, in Umgebungen) sowie nach verschiedenen Modalitäten der Verunsicherung der Körper (durch mangelnden Schutz, aufgrund von Rassismus und Sexismus). Es werden die Folgen der Verweigerung der Bewegungsfreiheit durch Zwangsinhaftierung oder Internierung untersucht, um die Funktionsweise der aktuellen Politik der Unsicherheit durch ihr Wirken auf einer intimen und viszeralen Ebene zu skizzieren.

Ausgehend von diesem soziopolitischen Hintergrund werden die Vorträge auch Fragen zur Rolle künstlerischer Praktiken behandeln. Können Kunst und Performance die körperbasierte Ungleichheit und die ungleiche Verteilung der Fähigkeit, einen Körper zu sein/zu haben, herausfordern? Was braucht es, to settle in the body, um sich im Körper einzurichten und ihn - auch angesichts von Erfahrungen der Ausgesetztheit und des Zerfalls - durch die Beziehung zu anderen aufrechtzuerhalten? Wie kann Performance nicht nur die Normativität und Hierarchie von Verkörperungen in Frage stellen, sondern uns auch auf die Erfahrung von Körpern einstimmen und sensibler machen - to be more settled?

Weitere Informationen: hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Kommende Termine:

09.12.2021,via Zoom

Michael Turinsky: Precarious Mobilizations: A crip choreographer`s perspective on settling / unsettling / resettling



13.01.2022,via Zoom

Elsa Dorlin: Rise up. Insurgent grammar and security ideology



27.01.2022,via Zoom

Ritu Sarin & Tenzing Sonam: Burning against the Dying of the Light, the Body as Site of Radical Protest

Since February 2009, an estimated 155 Tibetans have self-immolated in Tibet. Of these, 133 are known to have died. The whereabouts and condition of those who survived are still largely unknown. While many of those who set fire to themselves were monks and nuns, they also included teachers, students, herdsmen and farmers. The youngest was 15 years old. The self-immolations usually occurred in public spaces – on street corners, outside places of worship – in full view of passers-by. They were acts of protest and they were intended to be witnessed. The actions of the self-immolators in Tibet could similarly be seen to be taking place in the service of a noble goal, fully congruent with the Buddhist ideal of sacrificing oneself for a larger goal that benefits many. Here self-immolation becomes the only action available to protest and draw attention to the increasingly intolerable situation in Tibet, one where all other avenues of peaceful protest have been brutally shut down. Burning the self is transformed into a political action to save a nation. Our lecture for the “Bodies, (un)settled” series will be based on our multimedia installation, Burning Against the Dying of the Light, which was our attempt to respond to and make sense of the self-immolation movement in Tibet. It was exhibited, first at Khoj Studios in New Delhi in 2015 and then as part of Contour Biennale 8 in 2017. Our talk will include photographs, video excerpts, last testaments and fragments of poetry that were presented as part of the installation.



03.02.2022,via Zoom

Ariella Aïsha Azoulay: The Colonial Predicament of Colonized Bodies

Any of the Arab-looking girls in some postcards sent from Algeria in the early 20th century, could have been my ancestor. In 1850, a British traveler who visited one of the embroidery schools in colonized Algeria reported: “there were several little Jewesses squatting most amicably among the Mauresques, conspicuous only by their simpler robe of colored stuff and a conical cap of red velvet, tipped with gold lace.”  The photographs I have of my grandmother in Algeria, taken a few decades later, show her already as a French-looking woman, a Jewish Arab who has learned the lesson of Frenchness these schools were established to impart. Where did my great-great grandmother, who was a native Algerian and could have been one of these girls, disappear to? This lesson of Frenchness, standardization, eradication has a name in French: laïcité. The term “secularism” doesn’t quite capture the stripping bare the worldliness, or being-in-the-world, of a person, which laïcité requires. Part of solving the “Jewish question” in Europe required the refashioning of Jews as secular Europeans (who could still be “Jews” at home) before they could go in public. With the French conquest of Algeria, the Jews were singled out from the Arabs and were made into a “problem,” forced to get rid of what identified them as indigenous, so that a few decades later the colonial regime could reward them for their efforts with the gift of French citizenship. The lecture will explore some aspects of the colonial predicament of the decolonization of bodies.

Weitere Informationen zur HTA-Ringvorlesung:

https://hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Zoom-Einwahldaten: 

https://hfmdk-frankfurt.zoom.us/j/82192661889?pwd=WWhma2s0VXFEOG9iNXgxRU9hTW5lQT09 

Meeting-ID: 821 9266 1889
Kenncode: 025612

Do,3.Februar2022

HTA Ringvorlesung Winter 2021/2022: (UN)SETTLED. PERFORMANCE, PROTECTION, AND POLITICS OF INSECURITY

18:30 Uhr,via Zoom

In der radikalen Selbstfürsorge, der Antidiskriminierung und den antirassistischen körperbasierten Praktiken der Konfliktbewältigung und Heilung ist das settling des Körpers einer der wichtigsten Aspekte, um den Prozess der Rückkehr zum Körper zu beginnen. Auch in performativen und tänzerischen Praktiken ist das settling ein entscheidender Moment in der Arbeit mit dem Körper.

Diese Praktiken des settling the body, so privat und intim sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, haben eine (mikro-)politische Bedeutung. Sie legen auch körperbasierte Verbindungen zwischen künstlerischen, sozialen und aktivistischen Praktiken offen. Die Möglichkeit, to settle, ist ungleich verteilt, sodass manche Körper gewaltsam ihrer grundlegenden Fähigkeiten beraubt werden, sich selbst zu erhalten: zu atmen, aufmerksam zu sein, sich in Raum und Zeit einzurichten, usw. Aus dieser Perspektive zeigt sich, dass die Praxis des settling the body als ein verkörperter und viszeraler Prozess mit dem politischen und sozialen Feld verbunden ist. Es scheint das Schlachtfeld verschiedener aktueller Konflikte um den Schutz und die Sicherheit der Körper zu sein, wo einige Körper durch ständige Gewalt, Aufregung und Aggression (sozial, wirtschaftlich, ökologisch) systematisch aus dem Gleichgewicht gebracht werden, während anderen die Fähigkeit to settle im Übermaß angeboten wird.

Die Vortragsreihe fragt nach verschiedenen Aspekten und Dimensionen des Einlebens (in der Welt, in der Gemeinschaft, in Beziehungen, in Umgebungen) sowie nach verschiedenen Modalitäten der Verunsicherung der Körper (durch mangelnden Schutz, aufgrund von Rassismus und Sexismus). Es werden die Folgen der Verweigerung der Bewegungsfreiheit durch Zwangsinhaftierung oder Internierung untersucht, um die Funktionsweise der aktuellen Politik der Unsicherheit durch ihr Wirken auf einer intimen und viszeralen Ebene zu skizzieren.

Ausgehend von diesem soziopolitischen Hintergrund werden die Vorträge auch Fragen zur Rolle künstlerischer Praktiken behandeln. Können Kunst und Performance die körperbasierte Ungleichheit und die ungleiche Verteilung der Fähigkeit, einen Körper zu sein/zu haben, herausfordern? Was braucht es, to settle in the body, um sich im Körper einzurichten und ihn - auch angesichts von Erfahrungen der Ausgesetztheit und des Zerfalls - durch die Beziehung zu anderen aufrechtzuerhalten? Wie kann Performance nicht nur die Normativität und Hierarchie von Verkörperungen in Frage stellen, sondern uns auch auf die Erfahrung von Körpern einstimmen und sensibler machen - to be more settled?

Weitere Informationen: hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Kommende Termine:

09.12.2021,via Zoom

Michael Turinsky: Precarious Mobilizations: A crip choreographer`s perspective on settling / unsettling / resettling



13.01.2022,via Zoom

Elsa Dorlin: Rise up. Insurgent grammar and security ideology



27.01.2022,via Zoom

Ritu Sarin & Tenzing Sonam: Burning against the Dying of the Light, the Body as Site of Radical Protest

Since February 2009, an estimated 155 Tibetans have self-immolated in Tibet. Of these, 133 are known to have died. The whereabouts and condition of those who survived are still largely unknown. While many of those who set fire to themselves were monks and nuns, they also included teachers, students, herdsmen and farmers. The youngest was 15 years old. The self-immolations usually occurred in public spaces – on street corners, outside places of worship – in full view of passers-by. They were acts of protest and they were intended to be witnessed. The actions of the self-immolators in Tibet could similarly be seen to be taking place in the service of a noble goal, fully congruent with the Buddhist ideal of sacrificing oneself for a larger goal that benefits many. Here self-immolation becomes the only action available to protest and draw attention to the increasingly intolerable situation in Tibet, one where all other avenues of peaceful protest have been brutally shut down. Burning the self is transformed into a political action to save a nation. Our lecture for the “Bodies, (un)settled” series will be based on our multimedia installation, Burning Against the Dying of the Light, which was our attempt to respond to and make sense of the self-immolation movement in Tibet. It was exhibited, first at Khoj Studios in New Delhi in 2015 and then as part of Contour Biennale 8 in 2017. Our talk will include photographs, video excerpts, last testaments and fragments of poetry that were presented as part of the installation.



03.02.2022,via Zoom

Ariella Aïsha Azoulay: The Colonial Predicament of Colonized Bodies

Any of the Arab-looking girls in some postcards sent from Algeria in the early 20th century, could have been my ancestor. In 1850, a British traveler who visited one of the embroidery schools in colonized Algeria reported: “there were several little Jewesses squatting most amicably among the Mauresques, conspicuous only by their simpler robe of colored stuff and a conical cap of red velvet, tipped with gold lace.”  The photographs I have of my grandmother in Algeria, taken a few decades later, show her already as a French-looking woman, a Jewish Arab who has learned the lesson of Frenchness these schools were established to impart. Where did my great-great grandmother, who was a native Algerian and could have been one of these girls, disappear to? This lesson of Frenchness, standardization, eradication has a name in French: laïcité. The term “secularism” doesn’t quite capture the stripping bare the worldliness, or being-in-the-world, of a person, which laïcité requires. Part of solving the “Jewish question” in Europe required the refashioning of Jews as secular Europeans (who could still be “Jews” at home) before they could go in public. With the French conquest of Algeria, the Jews were singled out from the Arabs and were made into a “problem,” forced to get rid of what identified them as indigenous, so that a few decades later the colonial regime could reward them for their efforts with the gift of French citizenship. The lecture will explore some aspects of the colonial predicament of the decolonization of bodies.

Weitere Informationen zur HTA-Ringvorlesung:

https://hessische-theaterakademie.de/de/ringvorlesung/

Zoom-Einwahldaten: 

https://hfmdk-frankfurt.zoom.us/j/82192661889?pwd=WWhma2s0VXFEOG9iNXgxRU9hTW5lQT09 

Meeting-ID: 821 9266 1889
Kenncode: 025612