Nach der zweijährigen Aufbauphase wird das Weiterbildungsprogramm Kunst als soziale Praxis ab 2026 an der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) weitergeführt und in Zusammenarbeit mit der Hessischen Theaterakademie strukturell und inhaltlich weiterentwickelt.
Das Programm ist langfristig angelegt und wird als gemeinsames Weiterbildungs- und Forschungsformat etabliert. Ziel ist es, künstlerische Praxis in sozialen und öffentlichen Kontexten zu stärken und ein tragfähiges Netzwerk an der Schnittstelle von Kunst, Bildung und Gesellschaft aufzubauen.
Für die kommenden Jahre sind vorgesehen:
– eine neue Kohorte (2026/27)
– sowie drei künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsstellen, die eng mit den inhaltlichen Schwerpunkten der Module 2–4 verzahnt sind
Die Ausschreibung für die Kohorte 2026/27 ist jetzt eröffnet.
→ Zur Bewerbung über WAkE, das Weiterbildungsinstitut der Frankfurt University of Applied Sciences.
Das Programm ist vollständig gefördert. Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten im Rahmen der Module werden übernommen.
Kunst als soziale Praxis ist ein interdisziplinäres Weiterbildungsprogramm aus fünf mehrtägigen Modulen. Es richtet sich an Künstler:innen aller Disziplinen, die ihre Arbeit in sozialen, öffentlichen oder politischen Kontexten verorten oder weiterentwickeln möchten.
Das Programm richtet sich an Künstler:innen, die mit Gruppen, Nachbarschaften, Bildungseinrichtungen, sozialen Trägern, Initiativen oder anderen gesellschaftlichen Akteur:innen arbeiten oder sich künftig stärker mit sozialen Feldern beschäftigen wollen.
Im Zentrum stehen künstlerische Arbeitsweisen, die in gesellschaftlichen Kontexten wirksam werden – kollaborative Projekte mit Jugendlichen, partizipative Formate im öffentlichen Raum, künstlerische Interventionen in sozialen Einrichtungen oder langfristige Kooperationen mit lokalen Communities. Die Teilnehmenden setzen sich damit auseinander, wie in solchen Prozessen neue Formen des Lernens, der Zusammenarbeit und des Wissensaustauschs in Arbeit in und außerhalb von Institutionen entstehen können und wie daraus tragfähige Beziehungen zu unterschiedlichen Gruppen und Einrichtungen entwickelt werden.
Das Programm verbindet künstlerische Praxis, Reflexion und kollektives Lernen. Es bietet eine experimentelle Plattform, in der Teilnehmende ihre Arbeitsweise schärfen, neue Formate erproben und sich mit Kolleg:innen vernetzen.
Inhaltlich ist die Kohorte eng mit den künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsschwerpunkten des Programms verbunden. Parallel zum Weiterbildungsprogramm erforschen drei Künstler*innen Praxisprojekte an der Schnittstelle von Kunst und Sozialem. Die Module werden in enger Zusammenarbeit mit dem künstlerischen Leitungsteam, sowie den drei Programmkünstler*innen entwickelt und durchgeführt, sodass aktuelle Erkenntnisse, Methoden und Fragestellungen direkt in die Lehre einfließen. Im Fokus stehen künstlerische Arbeit an gesellschaftlichen Fragestellungen, gemeinschaftliche Lernprozesse sowie die Gestaltung sozialer Bedingungen, Kooperationen und öffentlicher Handlungsräume. So stärkt das Programm Künstler:innen in ihrer Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit in der Zusammenarbeit mit sozialen, Bildungs- und Kunstinstitutionen.
Das Programm ist als Zertifikatsprogramm mit 10 ECTS-Punkten angelegt und setzt die verbindliche Teilnahme an allen Modulen voraus.
Die Teilnahme ist kostenfrei; Reise-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten im Rahmen der Module werden vom Programm übernommen beziehungsweise organisiert.
Initiiert und gefördert durch die Crespo Foundation wird Kunst als soziale Praxis II an der Frankfurt University of Applied Sciences in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Weiterbildung und Personalentwicklung (WAkE), der Hessischen Theaterakademie und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt angeboten.
Das Programm besteht aus fünf Modulen sowie ergänzenden Formaten:
Modul 1: Listening
Gemeinsames Ankommen, Wahrnehmen, Verorten. Arbeit an Aufmerksamkeit, Kontext und Beziehungsaufbau.
Modul 2: Materializing the Political
Künstlerische Praxis als konkrete Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Situationen, Imaginationen und Teilhabe.
Modul 3: Inventing Learning
Lernen als gemeinsame Praxis. Entwicklung von Formaten, in denen Wissen im Tun entsteht, um mit Ungewissheit in den Lernzielen und fehlenden Zukunftsperspektiven umzugehen.
Modul 4: Shaping Social Conditions
Interaktion und Intervention von und mit künstlerischen Projekten im Sozialen Feld mit Blick auf Gelingensbedingungen und Problemstellungen sowie deren langfristiger Einbettung in Netzwerke, Institutionen, lokale Strukturen.
Modul 5: Taking Root
Reflexion, Sichtbarmachung im Netzwerk und Weiterentwicklung der eigenen Praxis.
Unterstützungsformate - Supporting You
Monatliche Beratung
Sprechstunde mit der Programmleitung und den künstlerischen Forschungsstellen,
Individuelle Unterstützung für Projekte, berufspraktische Fragen und inhaltliche Entwicklung.
Taking Root – Alumni-Treffen
Jährliches Treffen der aktuellen Kohorte und der Alumni für Austausch, gemeinsames Arbeiten und Netzwerkbildung.
Die Module finden zwischen November 2026 und Juni 2027 statt.
Sie sind so organisiert, dass die Anreise jeweils am Mittwoch und die Abreise am Sonntag erfolgt.
Eine Bewerbung ist nur möglich, wenn eine verbindliche Teilnahme an allen Terminen gewährleistet werden kann. Bitte beachten Sie hierzu die detaillierte Ausschreibung auf der WAkE-Seite.
Jahrgang 23/24
Setareh Alipour, Larissa Bertonasco, Anne-Sophie Brunhold, Nina deLudemann, Gregor Glogowski, Saskia Henning von Lange, Sonja Drolma Herrmann, Haytham Hmeidan, Lara Jakobi, Donata Koschel, Jule Kriesel, Naho Matsuda, Ira Melkonyan, Ana Clara Montenegro, Lisa Peil, Colette Utama Sarjano McDonald, Marc Szpuner, Tristan Marie Trotz und Azad Yesilmen
Jahrgang 24/25
Olcay Acet, Janina Albrecht, Nazanin Bahrami, Magdalena Dzeco, Nastya Dzyuban, Damla Ekin Tokel, Delphina Hennig, Rike Hoppse, Hwa Young Jung, Astrid Lembcke-Thiel, Isobel MacKinnon, Hien Mai, Svetlana Mijić, Charlotte Perka, Anja Schneidereit, Anke Schüttler, Elena Seubert, Lionel Tomm, Miriam Worek, Maria Zaikina
Die Bewerbung für die Kohorte 2026/27 ist inzwischen offen und erfolgt über das Weiterbildungsinstitut WAkE.
Bewerbungsschluss: Mittwoch, 3. Juni 2026
→ Alle Informationen und Bewerbung
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Wir möchten die Teilnahme am Programm möglichst zugänglich gestalten und unterschiedliche Voraussetzungen, Sprachen und Lebenssituationen berücksichtigen.
Nach Bedarf werden geeignete Unterkünfte während der Module organisiert. Die Verpflegung während der Modultage wird übernommen, ebenso die Reisekosten im Rahmen einer Pauschale.
Das Programm findet nach Absprache in deutscher und englischer Lautsprache statt. Bei Bedarf können Gebärdensprachdolmetscher:innen eingebunden werden.
Das Mitbringen von zu betreuenden Kindern zu den Modulen ist möglich.
Wir verstehen Zugänglichkeit als fortlaufenden Prozess. Gleichzeitig ist auch dieses Programm Teil einer Welt, die weiterhin Ausschlüsse produziert. Um bestehende Hürden abzubauen, sind wir auf Rückmeldungen angewiesen.
Bei Unterstützungsbedarf, Fragen oder Anregungen wenden Sie sich gerne an uns.
Jihae An, MA in Bildender Kunst, arbeitet als Künstlerin, Vermittlerin und Kuratorin im Bereich sozialer Praxis. In ihrer Arbeit versteht sie künstlerische Praxis als Form sozialer Infrastruktur und entwickelt Formate, in denen gemeinsames Handeln, Beziehung und Verantwortung im öffentlichen Raum organisiert werden. Ihre Projekte entstehen in Zusammenarbeit mit Nachbarschaften, Institutionen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteur:innen.
An der Frankfurt University of Applied Sciences leitet sie das Weiterbildungsprogramm Kunst als soziale Praxis und entwickelt dieses konzeptionell an der Schnittstelle von künstlerischer Praxis, Lehre und Forschung weiter.
Sebastian Matthias ist Choreograph und Professor für Tanz als forschende Praxis in sozialen Feldern an der Frankfurt University of Applied Sciences. Seine Schwerpunkte liegen auf künstlerischer Forschung in sozialen Transformationsprozessen und der Rolle von Körpern und Choreographie in sozialen Phänomenen. Von 2022 bis 2024 war er Post-Doc am Institut für Performative Praxis, Kunst und Bildung der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und von 2019-21 am Institut Kultur der Metropole der HafenCity Universität Hamburg.
Er ist Teil des Leitungsteams von Kunst als soziale Praxis und betreut die Forschungsarbeiten der künstlerischen Projekte. Im Rahmen der Zusammenarbeit im Programm „Kunst als soziale Praxis II“ ist er Affiliate Scholar am Research Institute for Sustainability am Geoforschungszentrum Potsdam.
sebastian.matthias_at_fra-uas.de
Katharina Stephan ist Theatermacherin, Performancekünstlerin und Professorin für Theater und Performance in sozialen Feldern an der Frankfurt University of Applied Sciences. Seit 2005 arbeitet sie freiberuflich im Bereich Theater und Performance. Seit 2008 initiiert sie künstlerische Projekte in sozialen Feldern mit einem Schwerpunkt auf künstlerischer Beziehungsarbeit, zeit-spezifischem Arbeiten und zielgruppenübergreifenden Konzeptionen – altersübergreifend, milieuübergreifend, interkulturell, interdisziplinär und mixed abled –, unter anderem als Teil des Kollektivs Mobile Albania. Sie verfügt über langjährige Lehr- und Praxiserfahrung in universitären und außeruniversitären Kontexten.
An der Frankfurt University of Applied Sciences ist sie Studiengangsleitung im Master Performative Künste in sozialen Feldern. Im Programm Kunst als soziale Praxis begleitet sie die konzeptionelle Weiterentwicklung des Programms und bringt ihre Expertise in Theater, Performance und künstlerischer Praxis in sozialen Feldern ein.
katharina.stephan_at_fra-uas.de
Allgemeine Anfragen:
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