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Ringvorlesung SoSe 2021

REGIE HEUTE
POSITIONEN DES ZEITGENÖSSISCHEN THEATERS

Vielfältige Veränderungen und Strukturdebatten prägen gegenwärtig den Diskurs über das Theater. Da ist es nur folgerichtig, auch die Aufgabe der Regie im Hinblick auf Produktionsprozesse und Ästhetiken zu untersuchen. Wir laden im kommenden Sommersemester zwölf Regieführende ein, die ihre künstlerische Position darstellen und mit uns in ein Gespräch über ihre eigene Arbeit treten. Bei den vielfältigen Künstler:innen tauchen zugleich unterschiedliche Aspekte dieses Berufes auf: Wie lässt sich im Kollektiv Regie führen? Wie kann man, teilweise über Jahrzehnte hinweg und in verschiedenen institutionellen Kontexten und Teams, konsequent an einer eigenen Ästhetik arbeiten? Wie sieht der Gang durch das Stadttheater aus? Wie gelingt der Berufseinstieg? Wie lässt sich Regie umsetzen, ohne hierarchische Strukturen zu reproduzieren? Wie kann man Regie praktizieren und zugleich ein Haus leiten? Diese und viele andere Fragen können die Studierenden der HTA mit unseren Gästen diskutieren: Intendant:innen der HTA, eine Alumna der HfMDK, erfolgreiche Regisseurinnen, junge Regieführende, eine Regisseurin aus dem Kinder- und Jugendtheater, internationale Regisseure u. v. a.

VORLESUNG UND BEGLEITSEMINAR
Parallel zu den Ringvorlesungssitzungen werden in einem Aufführungsanalyseseminar bei Friederike Thielmann die jeweiligen Sitzungen in Diskussionen auf Basis von Videolektüren vorbereitet. Beide Veranstaltungen finden ausschließlich digital statt und in der Regel in deutscher Sprache. Die Teilnahme an der Ringvorlesung bzw. am Aufführungsanalyseseminar ist auch unabhängig von der jeweils anderen Veranstaltung möglich.

Ringvorlesung: donnerstags 18:30 bis 20:00 Uhr, online
begleitendes Seminar: freitags 10:00 - 13:00 Uhr, online

ANMELDUNG
Bitte melden Sie sich für die Veranstaltungen oder für ausgewählte Sitzungen über Antigone Akgün, studentische Hilfskraft der Hessischen Theaterakademie, an: akguen_at_hessische-theaterakademie.de

Bitte geben Sie bei der Anmeldung an, für welche Veranstaltungsreihe (Vorlesung oder/und Seminar) bzw. ggf. für welche konkrete Sitzung Sie sich anmelden möchten. Sie erhalten daraufhin die benötigten Zugangsdaten zu den jeweiligen Veranstaltungen bzw. Sitzungen.

CREDITS
Verantwortlich: Prof. Marion Tiedtke, HfMDK Ausbildungsbereich Schauspiel

Moderation: Eva Lange und Carola Unser (Intendantinnen Hessisches Landestheater Marburg); Prof. Martin Nachbar (HfMDK szenische Körperarbeit); Prof. Dr. Nikolaus Müller-Schöll (Goethe-Universität, Studiengang MA Dramaturgie/CDPR); Dr. Philipp Schulte (Geschäftsführung Hessische Theaterakademie); Friederike Thielmann (HfMDK Dozentin Regie); Prof. Marion Tiedtke (HfMDK Ausbildungsbereich Schauspiel)

15.04. | Anta Helena Recke

Anta Helena Recke ist eine deutsch-senegalesische Regisseurin, Dramaturgin, Konzept-Künstlerin und Autorin von diskursiven sowie fiktionalen Texten. Sie studierte Szenische Künste an der Universität Hildesheim und war von 2015-2017 als Regieassistentin an den Münchner Kammerspielen, wo sie u.a. mit Susanne Kennedy, Philippe Quesne und Amir Reza Kohestani zusammenarbeitete. In der Kritiker_innenumfrage von Theater heute wurde sie zur Nachwuchskünstlerin des Jahres 2018 gewählt. 2019 erhielt sie den Preis des internationalen Theaterinstituts und nahm am Residenzprogramm Vila Suldes Goethe-Instituts in Salvador de Bahia teil. Ihre Regiearbeiten MITTELREICHund Die Kränkungen der Menschheit, die sich unter verschiedenen Aspekten mit der kolonialen Amnesie und Weißsein in Deutschland beschäftigen, wurden 2018 und 2020 zum Berliner Theatertreffen sowie zum radikal jung Festival eingeladen. Sie arbeitet in Deutschland und international in verschiedenen Konstellationen u.a. mit Jeremy Nedd, Joana Tischkau, Julian Warner und Schwabinggradballett zusammen und veröffentlichte Texte in Publikationen wie Allianzen: Kritische Praxis an weißen Institutionen(transkript Verlag)  und Staging Blackness. Representations of Race in German-Speaking Drama and Theater(Michigan Press). 2020 wurde ihr vom Fonds Darstellende Künste die Tabori Auszeichnung verliehen.

22.04. | Leonie Böhm

Leonie Böhm wuchs in Heilbronn auf, war dort auf der Waldorfschule und ist heute Mutter von zwei Kindern, die sie immer wieder dazu anhalten, sich selbst zu befragen, weiterzuentwickeln und in ihrem Leben noch eine ganze andere Realität einfordern. Sie ist mit drei Studienabschlüssen vielseitig aufgestellt und arbeitet heute als Regisseurin, Performerin und bildende Künstlerin sowohl in der freien Szene als auch am Stadttheater. Zunächst studierte sie Kunst und Germanistik auf Gymnasiallehramt und machte auf der documenta 7 eine Ausbildung zur Kunstvermittlerin bei Carmen Mörsch und Ulrich Schötker. Die grundlegende Frage: Was ist eine autorisierte Sprecher*in in einer Vermittlungssituation und welche Machtverhältnisse gibt es da, sowie die Suche nach mündigen Sprecher*innen und gelungener Kommunikation begleiten ihre Arbeitsweise bis heute. In ihrem Kunststudium, das sie 2011 an der Kunsthochschule Kassel als Meisterschülerin bei Urs Lüthi abschloss, versuchte sie diesen Fragen eine größere Bandbreite an Ausdrucksformen zu geben. Ins Theater gelangte Leonie Böhm schliesslich, um künstlerische Prozesse in der Kollaboration mit Menschen zu gestalten. Mit Nathan die Weise wurde gleich eine ihrer ersten Arbeiten zum renommierten Münchner Nachwuchsfestival Radikal Jung eingeladen. Heute arbeitet sie u.a. an den Münchner Kammerspielen, am Thalia Theater Hamburg, am Theater Bremen und am Theater Oberhausen. Nach wie vor interessiert sie an kanonischen Texten, wie man sich zu ihnen ins Verhältnis setzt und die eigenen Bedürfnisse und Ideen hineinschreibt. Ihre Inszenierungen vermitteln eine Haltung die gleichermassen verletzlich und fordernd ist, und die an den ebenso mündigen wie verspielten Menschen glaubt.

29.04. | Brit Bartkowiak

Brit Bartkowiak studierte Schauspieltheaterregie an der Theaterakademie in Hamburg. Von 2009 bis 2013 arbeitet sie als Regieassistentin am Deutschen Theater Berlin.

Ihre Arbeiten wurden zu namenhaften Festivals und Gastspielen eingeladen: Neue Stücke aus Europa, Theaterbiennale Wiesbaden, Sibiu, Dresden, Bratislava, Luxemburg, Prager Theaterfestival deutscher Sprache, Mülheimer Theatertage Stücke, Heidelberger Stückemarkt, Bayrische Theatertage, Schauspielschultreffen Wien.

Sie arbeitet als Regisseurin u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Theater und Orchester Heidelberg, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Staatstheater Mainz, am Volkstheater München,am HLTM und am Schauspiel Hannover. Seit Februar 2021 ist Brit Bartkowiak Oberspielleiterin am Theater und Orchester Heidelberg.

06.05. | Rabih Mroué

Rabih Mroué, geboren in Beirut und derzeit in Berlin lebend, ist Theaterregisseur, Schauspieler, Bildender Künstler und Dramatiker. Er ist mitwirkender Redakteur bei The Drama Review /TDR (New York). Er ist außerdem Mitbegründer des Beirut Art Center (BAC).

Er war Stipendiat am International Research Center: Interweaving Performance Cultures/ FU/Berlin von 2013 -2015. Von 2015 - 2019 war er Theaterregisseur an den Münchner Kammerspielen (München).

Zu seinen Arbeiten gehören u. a.: Cheers to our wishes (2020), Last But not Last (2020), Boborygmus (2019), Sand in the eyes ( 2017), So Little time (2016), Ode to Joy (2015), Riding on a cloud, (2013), The Pixelated revolution (2012), The Inhabitants of images (2008), Who’s Afraid of Representation (2005).

 

20.05. | Nele Jahnke, Manuel Gerst

Nele Jahnke, als langjährige künstlerische Mitarbeiterin und Künstlerische Mit-Leiterin des Theater HORA in Zürich hat Sie versucht, die Sichtbarkeit und Mitbestimmung von Künstler*innen mit einer „Behinderung“ im Theater und in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken. Sie führte bei verschieden Projekten mit dem HORA Ensemble Regie und initiierte Vermittlungs – und Publikumsformate.
Sie konzipierte und leitete gemeinsam mit M.Elber und M. Bugiel das Langzeit-Experiment Freie Republik HORA, in welchem das HORA-Ensemble ihre eigenen Regiearbeiten realisierte. Nele Jahnke wuchs in Ostholstein und Berlin auf.
Sie studierte Theaterregie an der Zürcher Hochschule der Künste,ist teil der Gruppenformation: Planetensystem und arbeiten auch als freie Performerin und Regisseurin. 2019 erhielt sie den Kultur Förderpreis des Kantons Zürich.
Ab 2020 gehört sie als Dramaturgin und Regisseurin zum künstlerischen Leitungsteam der Kammerspiele.

Manuel Gerst studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen bei Heiner Goebbels und Bühnen- und Kostümbild in München bei Katrin Brack. Er ist Gründungsmitglied der Performancegruppe Monster Truck, die seit 2005 an der Schnittstelle zwischen Theater und Bildende Kunst Projekte in der internationalen Freien Szene und am Stadttheater realisiert. Daneben Arbeiten als Bühnen- und Kostümbildner. 2019 wurde er mit dem Hein Heckroth Förderpreis für Bühnenbild ausgezeichnet.

27.05. | Hannah Biedermann

Hannah Biedermann (Jahrgang 1982) ist eine freie Regisseurin und Performerin, die, ihrem Studium der Szenischen Künste in Hildesheim folgend, performative und interaktive Formate jenseits klassischer Narrative für Kinder und Jugendliche entwickelt. Sie setzt sich für das Recht von Kindern auf ihre ganz eigene Kunst ein, aber bemüht sich immer auch um eine zeitgenössische Form und komplexe gesellschaftliche Themen. In ihren Stückentwicklungen wird ein Thema nie ausschließlich aus der Perspektive des Publikums gewählt, sondern immer auch aus der Erwachsenensicht der Macher*innen untersucht und erzählt. 

2007 gründete Hannah Biedermann ihre Theatergruppe pulk fiktion, mit der sie seither sehr erfolgreich neue Akzente in der Szene setzt und auf nationalen und internationalen Festivals tourt. Die Produktionen wurden unter anderem mit dem Westwind Jurypreis, dem Heidelberger Jugendstücke Preis oder dem BestOFF Preis ausgezeichnet. pulk fiktion erhielt 2016 den George Tabori Förderpreis. 2016 erhielt Hannah Biedermann zudem den Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler NRW und wurde 2017 mit dem FAUST Preis in der Kategorie “Beste Regie Kinder- und Jugendtheater” ausgezeichnet.

Sie inszenierte an Häusern wie Schauspielhaus Bochum, Schauspielhaus Düsseldorf, Nationaltheater Mannheim, Theater Bremen, Staatstheater Mainz, Staatstheater Karlsruhe, Stadttheater Ingolstadt, Junges Ensemble Stuttgart, Staatstheater Braunschweig oder dem GRIPS Theater Berlin. Zudem hält sie regelmäßig Vorträge über zeitgenössische Formen des Kinder- und Jugendtheaters, gibt Fortbildungsworkshops und Seminare und ist häufiger Gast auf Podien zur Zukunft des Kinder- und Jugendtheaters.

Sie ist Mutter zweier Kinder.

10.06. | Susanne Kennedy

Geboren 1977 in Friedrichshafen, studiert Susanne Kennedy Regie an der Hogeschool voor de Kunsten in Amsterdam. 2011 lädt Johan Simons sie ein, mit dem Ensemble der Münchner Kammerspiele zu arbeiten. Für ihre Inszenierung Fegefeuer in Ingolstadt wird Susanne Kennedy von der Fachzeitschrift Theater heute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt und mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Die Inszenierungen Fegefeuer in Ingolstadt und Warum läuft Herr R. Amok? werden 2014 und 2015 zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen. In Zusammenarbeit mit der Ruhrtriennale entstehen 2015 der Musiktheater-Parcours Orfeo und 2016 in Zusammenarbeit mit dem Bildenden Künstler Markus Selg das multimediale Stück MEDEA.MATRIX mit Birgit Minichmayr in der Hauptrolle. An den Münchner Kammerspielen Berlin inszeniert sie 2017 Die Selbstmord-Schwestern - The Virgin Suicides nach Motiven des Romans von Jeffrey Eugenides, das 2018 auch an der Volksbühne Berlin zu sehen ist.
 
In derselben Spielzeit bringt sie mit Women in Trouble ihre erste Uraufführung an der Volksbühne Berlin heraus – ein hyperrealistisches Vervielfältigungskabinett, das den neuartigen Kräfteverhältnissen zwischen Natur, Lebewesen, Kultur und Technik nachspürt. 
 
2017 wird Susanne Kennedy mit dem „Europe Prize Theatrical Realities" ausgezeichnet. 
 
2019 folgt Coming Society, eine installative Performance, gemeinsam konzipiert und realisiert mit Markus Selg, in der das Publikum zum Akteur eines Evolutionsspiels rund um die Frage nach der zukünftigen Form von Gemeinschaft wird. Zuletzt gewinnt Lena Newtons Bühnenbild in Kennedys Bearbeitung von Anton Tschechows Drei Schwestern (2019) an den Münchner Kammerspielen, in der Kritiker*innen-Umfrage der Zeitschrift Theater heute den Titel „Bühnenbild des Jahres“.
 
In ihrer neuen gemeinsamen Arbeit, die im Januar 2020 ihre Uraufführung an der Volksbühne hatte, entwerfen Susanne Kennedy und Markus Selg ein Modell zur Entstehung. ULTRAWORLD untersucht das Bewusstsein als virtuelle Konstruktion der Welt und simuliert die Transformation des Menschen in ihr.

17.06. | Laura Linnenbaum

Laura Linnenbaum, geboren 1986, studierte Diplom-Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Seit der Spielzeit 2011 inszenierte sie freischaffend sowie zunächst als Stipendiatin und Regieassistentin des Schauspiel Frankfurt, es folgten Inszenierungen u. a. an den Theatern Bonn, Osnabrück, Münster, den Staatstheatern Kassel und Hannover sowie dem Berliner Ensemble.

2016 zeichnete sie als Kuratorin und künstlerische Leiterin für das Theatertreffen „Unentdeckte Nachbarn“ in Chemnitz verantwortlich, das mit dem Chemnitzer Friedenspreis ausgezeichnet wurde.

Für die Uraufführung von "Homohalal" 2017 am Staatsschauspiel Dresden, wurde sie in der Theater heute als Regisseurin des Jahres nominiert. "Homohalal" wurde außerdem zu den 43. Mühlheimer Theatertagen eingeladen. Ihre Arbeiten „Der zerbrochene Krug“ am Düsseldorfer Schauspielhaus und „Kafkas Haus“ am Saarländischen Staatstheater wurden 2019 erneut in der Theater als beste Inszenierung des Jahres nominiert.

24.06. | Florian Lutz

Florian Lutz, 1979 in Köln geboren, studierte Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie an der HumboldtUniversität Berlin. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er Intendant der Oper Halle. Unter seiner Leitung wurde die Oper neben vielen weiteren Auszeichnungen 2018 in der Kritikerumfrage des Fachmagazins „Die Deutsche Bühne“ das „Beste Theater abseits der Zentren“, erhielt 2017 den Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ für die spartenübergreifende Raumbühne „Heterotopia“ und 2019 den Theaterpreis des Bundes. Als Nachfolger von Thomas Bockelmann tritt er mit der Spielzeit 2021/2022 die Intendanz des Staatstheaters Kassel an.

01.07. | Henrike Iglesias

HENRIKE IGLESIAS ist ein Theaterkollektiv based in Berlin und Basel und wurde 2012 von Anna Fries, Laura Naumann, Marielle Schavan und Sophia Schroth während ihres Studiums des Kreativen Schreibens und der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis an der Universität Hildesheim gegründet. Mittlerweile sind zudem Licht-, Video- und Stagedesigner*in Eva G. Alonso und Sounddesignerin und Musikerin Malu Peeters fester Teil der Crew. Ihr theatrales Einsatzgebiet erstreckt sich vom Populären über das Persönliche zum Politischen. Sie begreifen popkulturelle und massenmediale Phänomene als Spiegel gesellschaftlicher Zu- und Missstände und haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese aus explizit feministischen Perspektiven zu beleuchten. Sie treten gern als Feminist Killjoys, DJ Henrike Iglesias und als Internetuser*innen auf. Angezogen werden sie von der Kostüm- und Bühnenbildnerin Mascha Mihoa Bischoff.

Mit ihrem Debüt WIR KOMMEN NICHT AUS DEM SHOWBIZ (AUCH WENN MAN DAS VIELLEICHT DENKEN KÖNNTE) gewannen sie 2013 den Publikumspreis beim 100° Berlin Festival der Sophiensæle. 2014 entstand I CAN BE YOUR HERO BABY in der Residenz des Schauspiel Leipzig. Für das Festival MÄNNER IN GARAGEN der Sophiensæle entwickelten sie 2014 die Performance EROTISCHE AUßENREINIGUNG IHRES PKWS OHNE TROCKNUNG ODER: CAR WASH. Es folgten 2016 die Performance GRRRRRL, in der sie Zuschreibungen des „Bösen“ in Bezug auf Frauen* untersuchten, 2017 #HELDINNEN am Theater Bielefeld in Zusammenarbeit mit Schauspielerinnen des Ensembles, sowie erstmalig im Rahmen des Festivals The Future is F*E*M*A*L*E* das Workshop-Format ACADEMY. Die ACADEMY ist eine feministische Traum-Schule und eignet sich hervorragend als Rahmenprogramm für Festivals. 2018 waren Henrike Iglesias mit einer Flugnummer in 1968 – EINE BESETZUNG DER MÜNCHNER KAMMERSPIELE zu sehen und produzierten den feministischen live-Porno OH MY, der nun tourt. Bis 2020 befinden sich Henrike Iglesias in einer Doppelpass-Partner*innenschaft mit den Münchner Kammerspielen und dem jungen theater basel, in der 2019 die Produktion FRESSEN an den Kammerspielen und 2020 die Produktion UNTITLED [2020] mit jungen Performerinnen aus Basel am jungen theater entstanden ist.

Während der Corona / COVID-19 Pandemie produzierte Henrike Iglesias online-Versionen der ACADEMY und von UNTITLED [2020], die in der Kammer 4 der Münchner Kammerspiele zu sehen waren, sowie im Rahmen des Festivals Risk & Resilience der Sophiensaele Berlin. Im Sommer 2020 entstand die interaktive Wettbewerbsshow über Leistungsdruck UNDER PRESSURE, in der das Publikum die Jury ist und über THE BEST abstimmt, die sowohl live im Theater als auch zuhause an den eigenen Smartphones und Bildschirmen erlebt werden kann.

Vom Kollektiv Henrike Iglesias werden Laura Naumann und Eva G. Alonso zu Gast sein.

08.07. | Eva Lange & Carola Unser

Carola Unser: Geboren in der Pfalz, studierte sie nach einer Ausbildung zur Landwirtin Pädagogik und Theologie. Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zur Spiel- und Theaterpädagogin (BUT). Sie arbeitete in verschiedenen Projekten im soziokulturellen Bereich und im Kulturmanagement (OPEN OHR Festival Mainz),  lehrte u.a.  an der KFH Mainz, unterrichtete am Theaterpädagogischen Zentrum Lingen und gibt seit Sommer 2019 Workshops im internationalen Kontext für die GIZ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit). 2004 bis 2008 studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater Regie. Im Rahmen des Studiums erfolgten Inszenierungen am Thalia Theater Hamburg, im Malersaal des Deutschen Schauspielhauses, auf Kampnagel. Außerdem wurde sie zu diversen Festivals (u.a. Unidram-Potsdam, Premieres Festival-Straßbourg) eingeladen. 2008 bis 2011 leitete Carola Unser die bühne e.V. - das theater der TU Dresden. Weitere Stationen: Theater Kiel/Werftpark sowie div. Inszenierungen in der Offszene des Rhein- Main-Gebiets u. am Pantha Theatre in Caen. Von 2012 bis 2016 leitete sie die Junge Landesbühne Niedersachsen-Nord. 2017 erarbeitete sie mit dem 3. Jahrgang der Kunstuniversität in Graz die Stückentwicklung “My lovely Europe – ein Heimatabend”, das zum NONSTOP!, dem Internationalen Schauspielschultreffen 2017 ans Theater Chemnitz eingeladen wurde.

Seit der Spielzeit 2018/19 leitet sie gemeinsam mit Eva Lange das Hessische Landestheater Marburg.

Eva Lange studierte Evangelische Theologie und Germanistik sowie Pädagogische Psychologie und Pädagogik in Göttingen. Schon während ihrer Schulzeit und im Studium arbeitete sie bei verschiedenen Theatergruppen und hospitierte an mehreren Bühnen im Bereich Regie.

Nach Studium und Referendariat ging sie 2002 als Regieassistentin an das Theater Oberhausen, inszenierte dort „Das kunstseidene Mädchen“ und wurde für diese Arbeit mit dem Oberhausener Theaterpreis ausgezeichnet. Es folgten Engagements an den Städtischen Bühnen Münster und am Staatstheater Kassel, wo sie u.a.  „The new electric ballroom“, die Uraufführungen „Himmelsstürmerin“ und „Vor-Ort-Familie“, „Drei Mal Leben“ und zuletzt „Konsens“ inszenierte.

Als freischaffende Regisseurin arbeitete Eva Lange neben Münster und Kassel auch in Wilhelmshaven, Ingolstadt, Koblenz, Wuppertal, Stendal, Chemnitz und Leipzig.

An der Landesbühne Niedersachsen Nord in Wilhelmshaven inszenierte sie u.a. Max Frischs „Andorra“.  Für diese Arbeit wurde sie zusammen mit ihrer Ausstatterin Diana Pähler in der Saisonbilanz 2007/2008 der Deutschen Bühne in der Kategorie „herausragende Leistung im Bereich Bühne/Ausstattung“ gewürdigt.

2011 wurde sie mit Peter Weiss „Die Ermittlung“ zu den Landesbühnentagen nach Detmold eingeladen. Diese Inszenierung gehört ebenso wie „Bilal – Leben und Sterben als Illegaler“, „FaustIn ans Out“, „Die Schutzbefohlenen“, „Im Westen nichts Neues“ und „Deportation Cast“ (eingeladen zum 41. Open Ohr-Festival 2015 in Mainz) zu ihren für sie selbst inhaltlich und ästhetisch wichtigsten Theaterarbeiten für Wilhelmshaven. 

Von 2013-2017 Oberspielleitung der Landesbühne Niedersachsen Nord.

Seit der Spielzeit 2018/19 leitet sie gemeinsam mit Carola Unser das HLTM.

15.07. | Hofmann&Lindholm